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26. September 2025München, Politik und Kaffee – eine Liebeserklärung am 1. Oktober
1. Oktober 2025Am Samstag kam es auf dem Münchner Oktoberfest zu einer Situation, die viele Besucherinnen und Besucher als beängstigend und chaotisch erlebt haben. Rund 300.000 Menschen befanden sich gleichzeitig auf dem Gelände. Es kam zu einem massiven Gedränge, zu Panikmomenten, zu Notrufen – und zu einer Kommunikation, die eher zur Verunsicherung als zur Beruhigung beigetragen hat.
Kinder wurden in Mandelständen in Sicherheit gebracht, Menschen weinten, viele dachten an einen Anschlag. Die Lautsprecherdurchsagen waren kryptisch, unverständlich und nicht mehrsprachig. Die Folge: Verwirrung, Angst und ein Gefühl der Hilflosigkeit. Dass es nicht zu einer Massenpanik kam, war Glück – nicht Ergebnis eines funktionierenden Krisenmanagements.
Die Stadt München und Wiesn-Chef Dr. Christian Scharpf verteidigen das Sicherheitskonzept. Doch das greift zu kurz. Denn das Problem war nicht das Konzept auf dem Papier, sondern die Umsetzung vor Ort. Ein Sicherheitskonzept ist nur so gut wie die Menschen, die es in der Krise anwenden. Und hier wurde versagt.
Was hätte passieren müssen – und was nicht passiert ist
Ein funktionierendes Sicherheitskonzept muss nicht nur die richtigen Maßnahmen vorsehen, sondern auch eine klare, transparente und beruhigende Kommunikation sicherstellen. Gerade bei Großveranstaltungen mit internationalem Publikum ist es essenziell, dass Durchsagen verständlich, mehrsprachig und eindeutig sind. Am Samstag war das Gegenteil der Fall.
Statt klarer Ansagen gab es kryptische Durchsagen, die bei vielen den Eindruck eines Anschlags erweckten. Statt aktiver Steuerung der Menschenmengen gab es Stillstand. Statt Führung gab es Ratlosigkeit.
Verantwortung übernehmen statt Ausreden suchen
Es reicht nicht, sich hinter einem Konzept zu verstecken. Wer Verantwortung trägt, muss auch Verantwortung übernehmen. Die Leitung der Wiesn hat am Samstag nicht souverän gehandelt. Die Stadt muss sich fragen, ob die aktuelle Struktur und Besetzung für die Leitung eines solchen Großereignisses noch tragfähig ist.
Ich fordere daher:
- Eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse vom Samstag.
- Eine klare Benennung der Verantwortlichkeiten und Konsequenzen für das Versagen der Leitung.
- Die Entwicklung eines echten Krisenkommunikationskonzepts, das auch in Stresssituationen funktioniert – mehrsprachig, transparent und beruhigend.
- Eine Überprüfung der Besuchersteuerung und der maximalen Kapazität des Geländes.
München verdient ein sicheres Oktoberfest – nicht nur auf dem Papier
Als FDP-Kandidat für den Münchner Stadtrat und den Bezirksausschuss Schwabing-West stehe ich für eine Politik der Verantwortung, der Transparenz und der klaren Kommunikation. München ist eine Stadt mit Tradition – und mit Anspruch. Das Oktoberfest ist ein Symbol dieser Stadt. Es muss sicher sein – nicht nur laut Konzept, sondern in der Realität.
Die Ereignisse vom Samstag dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden. Sie müssen Konsequenzen haben. Für die Sicherheit der Menschen. Für das Vertrauen in unsere Stadt. Und für die Zukunft der Wiesn.
Tim Sieber
Kandidat für den Münchner Stadtrat und den Bezirksausschuss Schwabing-West
Freie Demokratische Partei (FDP)
